Ein Spielkonzept auf einem Handheld zu etablieren bedarf es nur zwei wichtiger Grundregeln: Spielbarkeit und Kurzweilgkeit. So haben das jedenfalls zig Vertreter im Downloadsektor vorgemacht. Auch mein persönlicher “Fang des Tages”, Dream Trigger 3D kann in diese Kategorie eingeordnet werden – kann, wenn man dahinter gekommen ist, was sich der Entwickler beim Erstellen der wohl unverständlichsten Einführung in einen Handheld Titel jemals gedacht hat.
Gameplay
Um ein Spiel auf seine Tauglichkeit als Handheld Titel einschätzen zu können stelle ich mir immer folgende Situation vor: Ich bin auf Shoppingtour, der Zug heimwärts fährt erst in einer Stunde, ich entschließe mich also schnell noch was herunterzuladen, was dann aber an McDonalds Unfähigkeit, mir funktionierendes Internet zu bieten scheitert! Gott sei Dank befindet sich meistens ein Elektrofachmarkt, dessen Kundschaft nicht blöd zu sein scheint in der Nähe. Von dort aus begleitet mich dann auch meist ein Schnäppchen vom Wühltisch nach Hause. Spiel in den 3DS, anmachen, losdaddeln. So sollte das funktionieren. Dream Trigger 3D versucht mir jedoch erst mit Pings und Ripples zu erklären, was es von mir will. Da sich das als großen Fail herausstellt und ich im Nachhinein noch weniger weiß als vorher, probier ich einfach mal meine Taktik fürs Leben: das Draufloszocken. Erste Welt von der Karte ausgewählt, check. Grafik bewundert, check. Game Over.
Nach dem dritten Versuch klappts dann aber doch. Wichtig ist beim Spielen, nicht wie in anderen Genrevertretern üblich, wild drauflos zu ballern, sondern den Touchscreen mit einzubeziehen. Dort erscheinen Formen, die Minen darstellen, die ihr durch Berührung aktiviert. Durch den Rythmus der Musik zünden diese dann und durchbrechen den Schild Eurer Gegner, sodass ihr sie dann ohne Murren und Knurren auf dem oberen Screen mittels Laser fertig machen könnt. Klingt einfach, erweist sich dann aber in der Praxis als harte Nuss. Da die gegnerische KI aber genretypisch nicht die Hellste ist, habt ihr die Bewegungsroutinen schnell erlernt und eure Kontrahenten stellen keine allzu große Gefahr mehr da.
Grafik und 3D Effekt
Schnell wird das Gegneraufkommen jedoch größer und der Wechsel zwischen oberem und unterem Screen sorgt dafür, dass der 3D Effekt verschwimmt – in manchen Passagen im Spiel wirkt er sogar störend. Habt Ihr dann jedoch das Ausweichen drauf und den 3D Schieberegler auf Aus gestellt, steht dem eigentlichen Vergnüngen aber nichts mehr im Weg.
“Der Zug endet hier” ertönt aus den Boxen – ich habe die gesamte Fahrt mit dem Erlernen des Spiels zugebracht. Jetzt macht Dream Trigger aber doch Spaß und sieht auch noch gut aus. Schaut man sich das Spiel einfach an, ohne die Hektik des Hin- und Herwechselns zwischen den Bildschirmen, erscheint der 3D Effekt positiv und räumlich. Auch vom Gesamtbild erscheint Dream Trigger 3D rund und grafisch nie aufgesetzt – ich würde es sogar ohne ein schlechtes Gewissen zu haben mit Titeln wie Child of Eden oder REZ in einem Atemzug nennen ohne mit den Worten Kunstwerk und fesselnd zu geizen.
Unser Fazit
Die Spieldauer ist ausreichend; mal vom äußerst zähen Einstieg abgesehen bietet Dream Trigger 3D einen recht ansehnlichen Umfang, der durch den Time Trial Modus und den Multikarten Multiplayer ergänzt wird. Zu mehr als einer guten Durchschnittswertung reichts dann aber aufgrund des teilweise unverständlichen Tutorials und der mangelnden deutschen Ausführung der Anleitung nicht. Viel zu schnell liegt der Titel wieder auf einem Wühltisch oder verschwindet im Briefkasten, wenn er per Ebay seinen Besitzer wechselt.

Vielen Dank an NAMCO Bandai Games für die freundliche Bereitstellung von “Dream Trigger 3D” für Nintendo 3DS!



