Test: THOR – God of Thunder [Wii]



Zur Zeit hat man irgendwie das Gefühl man könne sich vor Comic-Superhelden im Kino gar nicht mehr retten. Green Lantern, Captain America, X-Men, THOR, … wem fällt es da nicht Schwer den Überblick zu behalten? Hinzu kommen natürlich die Videospieladaptionen der jeweiligen Kinofilme. Heute widmen wir uns „THOR: God of Thunder“ für Nintendo Wii!

Zum Gameplay

Im Voraus ist gleich zu sagen, dass die Videospieladaption von THOR eine eigenständige Story beschert wurde, die nicht zu 100 % mit der des Kinofilms übereinstimmt und somit keine bloße Nacherzählung darstellt. Ihr Schlüpft in die Rolle des Donnergottes Thor um seine sagenumwobene Heimat, Asgard, vor einer böswilligen Macht, den Eiswesen Jötunen, zu beschützen. Als Thor’s Gefährtin Sif im Kampf stirbt ist dieser außer sich vor Wut. Bewaffnet mit dem mächtigen Hammer Mjöllnir müsst ihr gegen zahlreiche Gegner antreten, darunter auch die aus den Comics bekannten Feinde Ulik, Surt und Ymir.

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Das Spilprinzip in THOR – God of Thunder ist wenig innovativ. Ihr kämpft euch durch verschieden, mit einer Vielzahl von Gegnern ausgestattete Level und schlägt in eurer Wut alles platt was euch über den Weg läuft. An Action fehlt es also nicht, doch dafür an anderen Komponenten die ein gutes Adventure ausmachen. Denn durch den sehr linearen Aufbau der Level fällt die Notwendigkeit der Erkundung oder strategischen Denkweise völlig unter den Tisch. Also konzentriert ihr euch größtenteils auf die Kämpfe, die allerdings auch nicht sehr anspruchsvoll sind und durch mehrmaliges Betätigen des A-Knopfes schell zu euren Gunsten ausgehen. Wer zumindest diesen Aspekt des Spiels etwas anspruchsvoller erleben möchte kann im Menü einen höheren Schwierigkeitsgrad einstellen. Die Endgegener sind im Vergleich zu den normalen „Frontkämpfern“ etwas fordernder. Ihr müsst nämlich zuerst herausfinden wo sich ihr Schwachpunkt befindet, bevor ihr sie erledigen könnt.

Euch stehen insgesamt drei Speicherstände zur Verfügung. Das Speichern selbst erfolgt automatisch, ihr müsst euch also nicht darum kümmern irgendwelche Speicherpunkte zu erreichen und zu bedienen. Die Steuerung erfolgt durch die bewehrte WiiMote/Nunchuk-Methode und ist leicht verständlich. Verschiedene Angriffe müssen durch bestimmte Bewegungen der Controller ausgeführt werden. Der einfache Angriff erfolgt durch Drücken des A-Knopfes und ist, wie oben bereits erwähnt für die meisten Gegner ausreichend. Im sogenannten Flugmodus, bei dem ihr eure Gegner von oben herab attackieren dürft gibt es eine eigene Steuerung bei welcher ihr eure Gegner erst mit dem 1-Knopf anvisieren müsst und das Steuerkreuz benutzt um Hindernissen auszuweichen.

Als durchaus gelungen kann man wohl das umfangreiche Skill-System bezeichnen. Im Verlaufe des Spiels könnt ihr durch Sammeln von Sturmmarken den Hammer Mjöllnir stetig mit neuen Fähigkeiten aufrüsten. In den Leveln versteckte Runen verbessern Thor’s Fähigkeiten zusätzlich. Daneben wartet auch diverses Bonusmaterial darauf gefunden und eingesammelt zu werden – Darunter Konzeptgrafiken und neue Kostüme.

Zur Grafik

Das komplette Spiel ist im Comic-Look gehalten – an sich eine gute Idee, doch leider wurde sie sehr schlecht umgesetzt. Alles ist sehr kantig, es gibt nahezu keine Details und hinzu kommen häufige Ruckler. Die Zwischensequenzen bestehen aus einfachen Standbildern. Sehr schade, dass sich die Entwickler hier nicht mehr Mühe gegeben haben und mehr aus der Wii rausgeholt haben.

Zum Sound

Der Soundtrack ist weitgehend mittelprächtig. Zwar haben die einzelnen Sprachversionen, so auch die Deutsche, eine eigene Synchronisation spendiert bekommen, doch diese ist wie so oft ordentlich daneben gegangen. Abgesehen davon, dass keinerlei Emotion rauszuhören ist und sich einzelne Sätze sehr oft wiederholen, stimmt sie nur äußerst selten mit den Lippenbewegungen überein. Von einer Synchronisation kann also nicht wirklich die Rede sein.

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eigne Story
umfangreiches Skill-System
miese Grafik
Spiel zu linear und kurz

Das Fazit

Wie lässt sich das Gefühl, das man nach dem Durchspielen von „THOR – God of Thunder“ hat wohl am ehesten beschreiben? Nun ich war jedenfalls ziemlich frustriert. Frustriert über die Tatsache, dass es trotz eigener Story wieder nicht gelungen ist einen Kinofilm zufriedenstellend als Videospiel zu adaptieren. Es wurden die selben Fehler gemacht, wie schon bei unzähligen Versuchen diverser Entwickler und Publisher zuvor: Eine miese, mit Bugs durchzogene Grafik, eine dahingesaute Synchronisation, eine viel zu kurze Spielzeit und mangelnde spielerische Tiefe. Andererseits: Wer erwartet denn wirklich bei einem „Movie into Video Game“-Titel von der Stange ein packendes Spielerlebnis? Trotzdem Schade.

Vielen Dank an SEGA für die freundliche Bereitstellung von „THOR: God of Thunder“ für Nintendo Wii!

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